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Ferienparks, Immobilien und Vorschriften

Ferienparks, Immobilien und Vorschriften

Neuigkeiten 02-09-2022
  Worauf Sie unbedingt achten sollten, wenn Sie ein Haus in einem niederländischen Ferienpark kaufen möchten.

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Die Niederlande sind eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Schließlich ist das kleine Land reich an schöner Natur, interessanter Kultur und bietet es viele Möglichkeiten zur Erholung. Verbringen Sie ebenfalls regelmäßig Ihren Urlaub in den Niederlanden? Und spielen Sie möglicherweise mit dem Gedanken, dort vielleicht ein Ferienhaus in einem Ferienpark zu kaufen? Wir erklären Ihnen in diesem Blogbeitrag, worauf Sie unbedingt achten müssen.


Der Kauf einer Ferienwohnung in einem Ferienpark bringt nämlich mehr mit sich mit, als es auf den ersten Blick scheint. Der Ferienpark kann beispielsweise Regeln festlegen, die direkten Einfluss darauf haben, was Sie genau mit Ihrer Ferienwohnung tun dürfen, ob und wie Sie das Objekt vermieten dürfen und selbst ob und an wen Sie es verkaufen dürfen.

Für wen das wichtig ist
Dies betrifft jeden, der sich für den Kauf eines Ferienhauses in einem Ferienpark interessiert, aber ebenso jene, die ihre Immobilie verkaufen wollen. Es spielt dabei eine Rolle, ob Sie zum Zwecke der Eigennutzung, der Vermietung oder sowohl der Eigennutzung als auch Vermietung kaufen.
Des Weiteren ist zu beachten, wie alt die Ferienwohnung ist, denn bei älteren Immobilien gelten manchmal veraltete oder nur vereinzelte Bestimmungen.

Worum es genau geht
Beim Kauf eines Feriendomizils in einem Ferienpark wird vom Käufer erwartet, dass er die damit verbundenen Vereinbarungen ebenfalls akzeptiert bzw. übernimmt. Dies können zum Beispiel die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Hausordnung des Ferienparks, auferlegte Dienstbarkeiten*, Duldungspflichten** und Übertragungsklauseln*** oder bereits bestehende Vereinbarungen mit Energieversorgern sein.
*  Unter Dienstbarkeit versteht man das Recht, ein Grundstück zu nutzen, ohne dessen Eigentümer zu sein. Darunter fallen unter anderem das Durchgangsrecht und das Recht auf (freie) Aussicht. Bei einem Haus in einem Ferienpark kann es also sein, dass andere Personen über Ihr Grundstück (bzw. ein Teil Ihres Grundstücks) gehen dürfen oder dass Sie an bestimmten Stellen keine Bäume pflanzen dürfen, weil Sie damit anderen die Sicht versperren würden.
** Unter Duldungspflicht versteht man die Pflicht ,,etwas zu dulden oder nicht zu tun'‘, z. B. zu dulden, dass Kabel im Boden verlegt sind, die zugänglich sein müssen, oder zu akzeptieren, dass das Haus nicht vermietet werden darf. Diese Duldungspflicht ist an die Immobilie gebunden.
*** Eine Übertragungsklausel beinhaltet, dass bezüglich der Immobilie getroffene Vereinbarungen an nachfolgende Eigentümer weitergegeben werden müssen. Da diese nicht an die Immobilie gebunden ist (im Gegensatz zur Duldungspflicht), muss die Übertragungsklausel explizit in den Vertrag mit dem neuen Eigentümer übernommen werden.
Was dies in der Praxis bedeuten kann
Es kann also sein, dass in der Hausordnung des Ferienparks Regeln zur Nutzung des Ferienhauses stehen, zum Beispiel, ob Sie Besuch empfangen dürfen, ob Sie Haustiere mitbringen dürfen, in welchen Farben das Haus gehalten werden muss und wie hoch das Gras sein darf. 
Es kann aber auch Regeln zur Nutzung der Wege im Park geben und eine Pflicht zur Beteiligung an den Instandhaltungskosten - hierbei sollten Sie also auch den finanziellen Aspekt mit einkalkulieren!
Außerdem können Sie als Käufer verpflichtet sein, Strom oder andere Dienstleistungen von einem bestimmten Anbieter zu beziehen. Sie haben dann also nicht die Möglichkeit, den Anbieter selbst zu wählen.

Vermieten
Wenn Sie das Ferienhaus vermieten wollen, um etwas Geld dazuzuverdienen, kann der Ferienpark möglicherweise Vorschriften dazu erlassen, an wie vielen Tagen im Jahr Sie das Haus vermieten dürfen, und sogar bestimmen, dass Sie dies über den Park selbst oder über einen vom Park vorgeschriebenen Vermietungsservice tun müssen.
Das hat den Vorteil, dass Sie sich selbst weniger darum kümmern müssen, aber es entstehen dadurch auch Kosten, da Sie einen Teil der Mieteinnahmen abtreten müssen und die Freiheit verlieren zu entscheiden, wann Sie ein gemütliches Wochenende in Ihrem Ferienhaus verbringen wollen und wann Sie es vermieten wollen.
Sie müssen dann nämlich im Voraus angeben, an welchen Tagen Sie Ihr Ferienhaus nutzen möchten.

Verkaufen
Wenn Sie das Haus dann eines Tages verkaufen wollen, sehen Sie sich möglicherweise ebenfalls mit Einschränkungen konfrontiert. Manchmal ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Ferienparks nämlich festgelegt, dass die Immobilie im Falle eines Verkaufs zunächst dem Ferienpark angeboten werden muss und dieser dann seine Zustimmung zum Verkauf geben muss.

Fazit
Ein Ferienhaus sollte vor allem eines bieten: Entspannung. Um sicherzustellen, dass Ihre Wohnung wirklich zu Ihrer Erholung beiträgt und Ihren Blutdruck nicht in die Höhe treibt, sollten Sie sich gut mit dem Thema auseinandersetzen, bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben. 
Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, dass Ihnen keine bösen Überraschungen erwarten, sollten Sie sich am besten einen Experten in die Hand nehmen, zum Beispiel einen Notar oder einen auf Immobilienrecht spezialisierten Jurist. Diese wissen nämlich sehr genau, was in den Ferienparks vor sich geht und worauf sie zu achten haben. 
Auch wenn der Kauf über den Notar des Parks abgewickelt wird, ist es ratsam, einen Notar oder Jurist aufzusuchen, der mit Ihnen zusammen die mit dem Ferienhaus verbundenen Bestimmungen, Bedingungen und Vereinbarungen prüft. Auf diese Weise können Sie unangenehme Situationen vermeiden und Ihr neues Feriendomizil unbeschwert genießen.
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